Die Comics
Michael Koser
Jacques Futrelle
Band 7
Das Forum

   


Die Denkmaschine 7:
Zwei Leichen im Orient-Express

 

Print-Ausgabe
Softcover, 55 Seiten, vierfarbig
Format: 21,6 x 27,9 cm


Preis: € 20,03 (Versand inbegriffen)

 

 
   

KLAPPENTEXT:

Wenn ich an den Fall der zwei Leichen im Orient-Express zurückdenke, läuft es mir heute noch eiskalt den Rücken herunter. Eigentlich hätten wir damals, am Morgen des 10. August 1904, schon in Sofia sein sollen. Stattdessen standen wir irgendwo in den Schluchten des Balkans und starrten aus Van Dusens Schlafwagen-Abteil auf die Landschaft. Der Anblick hätte beschaulich sein können, wäre da nicht ein gellender Schrei gewesen, der uns aufschreckte.

Auf dem Korridor wankten uns Professor Hinkeldey und seine völlig aufgelöste Gattin entgegen. In der Damen-Toilette war sie auf einen splitternackten Mann gestoßen. Nicht, was Sie denken! Der Mann hing an einem am Wasserkasten befestigten Seil und war tot. Mausetot.



ZUM HINTERGRUND:

Als der Belgier Georges Nagelmackers aus den USA zurückkehrte, hatte er eine Vision: einen Luxuszug im amerikanischen Stil, der regelmäßig zwischen Europa und Asien verkehrte. Im Oktober 1883 war es so weit - betrieben von Nagelmackers' "Internationaler Schlafwagen-Gesellschaft" machte der Orient-Express seine erste Fahrt, die im Pariser Ostbahnhof begann und vorerst im rumänischen Donauhafen Giurgewo endete.

1904, als Professor van Dusen und Mr. Hatch im Orient-Express den Balkan bereisten, sah die Streckenführung anders aus. Von Paris ging es täglich über Wien nach Budapest, wo die Linie sich teilte. Weiterfahren konnte man entweder über Bukarest nach Konstanza am Schwarzen Meer oder, wie unsere beiden Helden, über Belgrad und Sofia direkt nach Konstantinopel.



Heute, da der Orient-Express nicht mehr fährt, ist er ein Mythos, eine Legende, der berühmteste Zug der Welt, über den viel geschrieben und fabuliert wurde, der Schauplatz ungewöhnlicher und sensationeller Ereignisse. Millionäre und Spione benutzten ihn, Verbrecher und Halbweltdamen, Fürsten und Könige. Ferdinand von Bulgarien zum Beispiel pflegte den Express in seinem Land zu stoppen, um die Lokomotive zu besteigen und eigenhändig weiter zu steuern. Sein Sohn und späterer Nachfolger Boris (geboren 1894) war ein noch leidenschaftlicherer Eisenbahn-Fan.


Vierachsiger Schlafwagen Nr. 1764 A, 1908


© 2012 Michael Koser, Gerd Pircher